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Ein kleines Mädchen schaut aus dem
Fenster raus,
draußen ist es sehr dunkel, welch'
ein Graus.
Es möchte gerne das Christkind seh'n,
am Haus nebenan sieht sie eine kleine
Gestalt steh'n.
Verwundert ruft sie "Hurra!",
läuft in die Küche zu ihrer
Mama.
Mit leuchtenden Augen erzählt sie
es ihr:
"Mama, das Christkind ist hier!"
Die Mutter läuft zum Fenster hin,
kann jedoch leider nichts sehn.
Das Mädchen ist traurig, sagt noch
einmal:
"Mama, das Christkind war wirklich da!"
Die Mutter sagt zu ihrem Kind:
"Geh jetzt ins Bett geschwind.
Das Christkind war nur eine Phantasie,
denn dieses gibt es in Wirklichkeit nie."
"Würde es das Christkind geben,
täte es keinen Krieg und Hass mehr
geben.
Schlafe mein Kind, schlaf jetzt ein,
im Traum wird das Christkind bei dir sein."
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© Silvia 07/12/1999
Der Winter hat die Straßen weiß
bedeckt,
nirgends mehr ein kahler Fleck.
Die Kinder toben, jubeln und spielen,
wollen im Schneemannbau-Wettbewerb siegen.
Drei Kugeln rollen sie zusammen,
basteln einen Schal aus Papierschlangen.
Zwei Kohlenstückchen rechts und links,
für die Augen, ich bring's.
Eine Möhre als Nase,
futtert im Frühling ihm weg der Hase.
Ein alter Kochtopf muss noch her,
er ziert den Kopf des Schneemanns sehr.
Ich mag den Winter, mag den Schnee,
jetzt brauche ich einen heißen Tee.
Und du, lieber Schneemann,
was steht heute bei dir auf dem Plan?
Lieber guter Schneemann, du
Schaust mir durch das Fenster zu.
Ich bastele an den Weihnachtssachen,
die sollen Anderen Freude machen.
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© Silvia 07/12/1999
Heute ist ein schöner Tag,
so wie ich ihn gerne mag.
Die Sonne schaut durch meine Fensterscheiben,
ach, könnte das doch immer so bleiben.
Mein Leben könnte viel schöner
sein,
gäb' es das ganze Jahr den Sonnenschein.
Ständig diese Traurigkeit
bedeutet für mich sehr viel Leid.
Einsam und alleine
stell' ich nichts auf die Beine.
Malen und auch Schreiben
sind zwei Tröster, die mir bleiben.
Wie gern würd' ich das Haus verlassen,
laufen durch Straßen und Gassen.
Alleine dies zu tun schaffe ich nicht,
Begleitperson für mich, gibt es dich
nicht?
Ich lieg' einsam in meinem Bett,
mein Plüschtier kuschelt mit mir
nett.
Sprechen kann es leider nicht,
ein Gesprächspartner ist nicht in
Sicht.
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© Silvia, im Juni 1999
Sandra erwachte aus ihrem schweren Schlaf
heute sehr frühzeitig.
Sie hatte erst die halbe Nacht wach gelegen.
Immer und immer wieder sah sie zur Uhr,
aber die Zeiger bewegten sich nur schleppend
vorwärts.
Bis sie irgendwann, weit nach Mitternacht,
endlich einschlief.
Der Schlaf war sehr unruhig, so dass sie
unausgeschlafen
am nächsten Morgen erwachte.
Sie stand ganz langsam auf und wagte einen
Blick aus dem Fenster.
Aber es war nicht viel zu sehen. Die Stadt
lag noch im Dunkel,
alles grau in grau, kein Sonnenstrahl.
Die Straßen waren wie leergefegt.
Sandra überlegte sich, ob sie sich
wieder hinlegen soll oder nicht.
Nach einigem Zögern ging sie in die
Küche und bereitete sich erst einmal
in aller Ruhe einen Tee. Während
das Wasser durch die Tee-Maschine rann,
wusch sie sich und suchte nach passender
Kleidung.
Sie war gerade angezogen, als auch ihr
Tee fertig war.
In der Zeit, wo er noch ziehen musste,
ging sie die Treppen hinunter
und holte sich die Zeitung aus dem Briefkasten.
In ihrer Wohnung angekommen, machte sie
es sich mit der Zeitung und einer
schönen Tasse heißen Tee in
ihrer kleinen Stube gemütlich.
Sie lebte allein in einer geräumigen
2-Zimmer-Wohnung in einem Haus
mit 8 kleinen Single-Wohnungen.
Die Bewohner waren wie sie selbst auch
alle etwas gehandicapt
und aus diesem Grunde untereinander sehr
höflich und hilfsbereit.
Eine Ambulanz mit verschiedenen Fachärzten
war 10 Minuten Fußweg von ihrer
Wohnung entfernt errichtet worden.
So war im Notfall immer jemand zu erreichen
- Tag und Nacht.
Die ganze Anlage war wie ein kleines eigenes
Wohndorf gestaltet.
Es gab 5 solche 4-stöckigen Neubaublöcke
mit jeweils 8 kleinen Wohnungen.
Sogar ein wunderschöner riesengroßer
Erholungspark war vorhanden
mit vielen kleinen Oasen zum Ausruhen.
Überall Bänke unter großen Bäumen,
die im Sommer Schatten spendeten und kleine
Nischen mit Teichen
und Springbrunnen luden zum Verweilen
ein.
Immer wieder tauchen herrliche Beete mit
Blumen auf.
In der Mitte des großen Parkes gab
es einen wunderschönen großen See,
wo sogar kleine Boote gemietet werden
konnten.
Mitten im See befand sich ein großer
Springbrunnen,
den man schon vom weiten sehr gut erkennen
konnte.
Es zweigten viele einsame kleine Wege
ab.
Bis in den nahe gelegenen Wald konnte
man auf den kleinen Pfaden wandern.
Der Wald wurde sehr gepflegt wie auch
der Park.
Sandra spazierte gern - so auch an diesem
trüben Vormittag - die kleinen,
einsamen Pfade entlang in den herrlichen
Wald hinein.
Sie war fasziniert von der klaren, sauberen
Waldluft
und der herrlichen Stille dort.
Heute war es recht kühl und sie zog
sich dicke, warme Sachen an,
ein dickes weiches Fleeceshirt und darüber
ihre gefütterte Jacke.
Eine dunkle Jeanshose und halbhohe warm
gefütterte Schuhe.
Bei den ersten zaghaften Schritten durch
den kühlen Novembermorgen
fröstelte sie leicht.
Aber schon nach kurzer Zeit entspannte
sich ihr verkrampfter Körper
und eine leichte Wärme breitete sich
aus.
Langsam wurde es auch heller und freundlicher,
die Sonne schaffte es,
die dunklen Wolken beiseite zu schieben
und schickte leicht wärmende Strahlen
zur Erde hinab.
Es war so schön ruhig im Park. Sandra
kam ins Träumen.
Sie entdeckte eine trockene Bank, auf
die direkt die Sonne schien
und setzte sich, um sich kurz auszuruhen.
Sie schloß eine Weile ihre Augen
und genoß die wärmenden Sonnenstrahlen.
Plötzlich kam ein leichter Wind auf
und wirbelte die bunten Blätter
von den Bäumen auf und schob sie
vor sich her.
Es sah wunderschön aus, wie die farbigen
Blätter tanzten.
Genauso plötzlich wie der leichte
Herbstwind kam,
war er auch wieder verschwunden.
Sandra stand erholt von der Bank auf und
setzte ihren Weg fort.
Sie machte einen wunderschönen Waldspaziergang.
Nach etwa einer halben Stunde
kam sie zu den sie zu den bereits im September
aufgestellten Futterkrippen.
Es duftete nach frischem Heu,
anscheinend waren die Futterkrippen erst
kurz vorher frisch aufgefüllt worden.
Leider konnte sie keine Rehe beobachten.
Nur ein paar Hasen und Eichhörnchen
ließen sich kurz blicken.
Langsam musste Sandra an den Rückweg
denken.
Heute war ihre kleine Hausgemeinschaft
an der Reihe,
für das Wohndorf das Mittagessen
zu bereiten.
Damit wechselten sich die 5 Wohngemeinschaften
regelmäßig ab.
Also machte sie sich auf den Rückweg.
Unterwegs sammelte sie noch ein paar Eicheln,
Kastanien und Tannenzapfen ein.
Damit konnte man ein wenig basteln.
Ein paar bunte, mehr-farbige Blätter
nahm sie auch mit zum Pressen
und Verzieren.
In der Wohnanlage zurückgekehrt, gab's
noch schnell eine Tasse Tee
und dann betrat sie die große Kochküche,
um zusammen mit den anderen 7 Bewohnern
alles
fürs gemeinsame Essen vorzubereiten.
Nach dem Essen finden regelmäßig
kurze Besprechungen statt, um gemeinsame
Aktivitäten und Ausflüge zu
beraten.
Diese werden jedoch wieder nur je Wohneinheit
abgehalten,
zusammen mit den Helfern.
Jede Bewohnerin bzw. jeder Bewohner hat
einen eigenen Helfer,
der auch tagsüber oft hereinschaut.
Der heutige Nachmittag konnte von jedem
individuell gestaltet werden.
Conny, Sandras Nachbarin, ging auf Sandra
zu
und schlug einen Waldspaziergang zu Viert
vor.
Sandra willigte ein, vom Wald konnte sie
nie genug bekommen!
Leider wurde der Nachmittag nicht so schön
wie ihr Vormittag.
Nach einer Stunde des
gemeinsamen Spaziergangs tauchten plötzlich
dunkle Wolken auf,
die sich immer mehr verdichteten.
Die beiden Helfer drängten, sich
auf den Rückweg zu begeben.
Kaum hatten sie die Wohnanlage erreicht,
kam ein heftiger Sturm auf.
Sie erreichten gerade noch rechtzeitig
ihre Haustür,
als der Regen schon losprasselte.
Bis zum Abend änderte sich nichts
mehr daran.
Es kam noch viel schlimmer. Blitze zuckten
und Donner knallte,
bis spät in die Nacht hinein.
Vorbei war das schöne sonnige Herbstwetter.
Doch Sandra dachte noch lange an diesen
wundervollen Novembervormittag zurück.
Die folgende Nacht schlief sie mit diesen
schönen Gedanken leicht ein.
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© Silvia, im Februar 1998
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