
Sekretin
Am 1. 7. 1999 sprach Dr. Karoly Horvath
im Heilpädagogischen Institut Salzburg
in der Fortbildungsveranstaltung
Prof. Dr. Karoly Horvath arbeitet seit
1990 an der Universitätsklinik Maryland in Baltimore, Pädiatrie
- Abteilung für Kinder - Gastroenterologie.
Er ist gebürtiger Ungar, sein Forschungsschwerpunkt
an der Semmelweisklinik in Budapest war Zöliakie.
Im Vortrag erläuterte er seine Doppelblindstudie
über die Wirkung von Sekretin bei autistischen Kindern im Alter von
ca. 2 - 6 Jahren.
Sie wird voraussichtlich im Herbst 1999
fertiggestellt sein.
Anhand von Dias veranschaulichte er seine
Thesen und Dr. Christian Gross (Leiter des
Heilpädagogischen Institutes Salzburg)
übersetzte sie vom Englischen ins Deutsche, um sie allen Zuhörern
verständlich zu machen.
Er zeigte folgende Hypothesen als mögliche Ursachen von Autismus auf:
Opiod Theorie: Abbauprodukte von Gluten und Casein (Peptide) haben
Veränderungen bei Vorgängen im Gehirn zur Folge und führen
zu
autistischen Verhaltensweisen.
Umwelteinflüsse: Einwirkungen von Toxinen
Antibiotische Therapie: Überwachsung der Darmflora (Pilze - z. B.
Candida)
Impfungen: Mumps-Masern-Röteln-Impfung
Autoimmunerkrankung: ein Forscher in Amerika fand Auto-Antikörper
gegen
Gehirngewebe bei autistischen Menschen
Keine dieser Hypothesen ist jedoch wissenschaftlich fundiert nachgewiesen und er führte diesbezüglich folgende Therapien an:
gluten- bzw. (und) caseinfreie Diät
Pilzbehandlungen
Substitutionstherapie mit Darmbakterien
Antikörper - intravenös: Gammaglobuin
psychiatrisch wirksame Medikamente
Sekretin
Letztere Behandlungsart wird von ihm angewendet und im Rahmen einer Gastroskopie konnten positive Veränderungen im Verdauungsvorgang und in Folge davon bei der Mehrzahl der Kinder Verbesserungen im Verhalten festgestellt werden. (Sozialverhalten, Sprache, Stereotypien)
Eine vermehrte Bildung von Verdauungssäften wurde beobachtet.
Wie bereits in der Zeitschrift der "Österreichischen
Autistenhilfe" März 99, S.11 angeführt wurde, erläuterte
er einen Zusammenhang des Sekretins mit den Gehirnaktivitäten, indem
es die Produktion und Verwertung von Neurotransmittern anregt.
Im Zentralnervensystem gibt es verschiedene
Stellen, wo Sekretinrezeptoren angesiedelt sind.
19 Gewebshormone könnten möglicherweise auch Auswirkungen auf Gehirnfunktionen haben, eines davon ist Sekretin.
Durch Tierversuche kam man zur Annahme, dass es Hormone gibt, die Nervenzellen vergrößern und die Zahl der Nervenverbindungen im Gehirn vermehren können.
Diese Beobachtungen können in eine
neue Richtung bei der Forschung über Autismus weisen und möglicherweise
eine Ursache für Autismus finden helfen.
Für Anregungen und Kritik nehmen Sie
bitte Kontakt zu uns auf: ambulanz@autismus-online.de