www.autismus-online.de 

| Startseite | Autismus | Aktuelles | Ambulanz | Verein | Literatur | Links | Fortbildung | Gästebuch | Forum |

Sekretin

Autistenförderkreis Salzburg
 
Oberlangenberg 124, A - 5423 St. Koloman
        Tel., Fax: 00 43 (0) 62 41 / 594 E-Mail: rettenbacher.r@salzburg.co.at


Am 1. 7. 1999 sprach Dr. Karoly Horvath
im Heilpädagogischen Institut Salzburg in der Fortbildungsveranstaltung


"Sekretin - eine neue Behandlungsmöglichkeit für Autisten?"

über sein Forschungsprojekt

"Gastrointestinal and Brain Disfunction in Autism: Effects of Secretin".

Prof. Dr. Karoly Horvath arbeitet seit 1990 an der Universitätsklinik Maryland in Baltimore, Pädiatrie - Abteilung für Kinder - Gastroenterologie.
Er ist gebürtiger Ungar, sein Forschungsschwerpunkt an der Semmelweisklinik in Budapest war Zöliakie.

Im Vortrag erläuterte er seine Doppelblindstudie über die Wirkung von Sekretin bei autistischen Kindern im Alter von ca. 2 - 6 Jahren.
Sie wird voraussichtlich im Herbst 1999 fertiggestellt sein.

Anhand von Dias veranschaulichte er seine Thesen und Dr. Christian Gross (Leiter des
Heilpädagogischen Institutes Salzburg) übersetzte sie vom Englischen ins Deutsche, um sie allen Zuhörern verständlich zu machen.

Er zeigte folgende Hypothesen als mögliche Ursachen von Autismus auf:

Opiod Theorie: Abbauprodukte von Gluten und Casein (Peptide) haben
                           Veränderungen bei Vorgängen im Gehirn zur Folge und führen zu
                           autistischen Verhaltensweisen.

Umwelteinflüsse: Einwirkungen von Toxinen

Antibiotische Therapie: Überwachsung der Darmflora (Pilze - z. B. Candida)

Impfungen: Mumps-Masern-Röteln-Impfung

Autoimmunerkrankung: ein Forscher in Amerika fand Auto-Antikörper gegen
                                      Gehirngewebe bei autistischen Menschen
 

Keine dieser Hypothesen ist jedoch wissenschaftlich fundiert nachgewiesen und er führte diesbezüglich folgende Therapien an:

gluten- bzw. (und) caseinfreie Diät

Pilzbehandlungen

Substitutionstherapie mit Darmbakterien

Antikörper - intravenös: Gammaglobuin

psychiatrisch wirksame Medikamente

Sekretin
 

Letztere Behandlungsart wird von ihm angewendet und im Rahmen einer Gastroskopie konnten positive Veränderungen im Verdauungsvorgang und in Folge davon bei der Mehrzahl der Kinder Verbesserungen im Verhalten festgestellt werden. (Sozialverhalten, Sprache, Stereotypien)

Eine vermehrte Bildung von Verdauungssäften wurde beobachtet.

Wie bereits in der Zeitschrift der "Österreichischen Autistenhilfe"  März 99, S.11 angeführt wurde, erläuterte er einen Zusammenhang des Sekretins mit den Gehirnaktivitäten, indem es die Produktion und Verwertung von Neurotransmittern anregt.
Im Zentralnervensystem gibt es verschiedene Stellen, wo Sekretinrezeptoren angesiedelt sind.

19 Gewebshormone könnten möglicherweise auch Auswirkungen auf Gehirnfunktionen haben, eines davon ist Sekretin.

Durch Tierversuche kam man zur Annahme, dass es Hormone gibt, die Nervenzellen vergrößern und die Zahl der Nervenverbindungen im Gehirn vermehren können.

Diese Beobachtungen können in eine neue Richtung bei der Forschung über Autismus weisen und möglicherweise eine Ursache für Autismus finden helfen.
 

nach oben

zu Aktuelles / Sekretin

zu Links / Sekretin
 

Für Anregungen und Kritik nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf: ambulanz@autismus-online.de
 

zurück zur Startseite 


| Startseite | Autismus | Aktuelles | Ambulanz | Verein | Literatur | Links | Fortbildung |
| Gästebuch | Autismus-Forum |