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Die Gedichte von der Fee
I
inmitten der menge
bleibe ich
unberührbar
II
eines tages
werde ich zu weinen anfangen
auf offener straße
aus meiner welt herausquellen
und träne für träne
die erde riechen,
endlich.
III
"du sagst nie was"
es gibt nichts zu sagen von mir
weil ich von mir nichts zu sagen weiß
und für so vieles in mir habe ich
keine worte
ich habe worte für
tausend unwichtige dinge
aber keine worte für meine gedanken
meine gefühle
ich ringe mit bildern
wenn du mich bittest
aber wie soll ich ausdrücken
was ich selbst nicht verstehe?
IV
ich umrunde sonnenhügel
und träumendes wasser
wie glänzendes erdblut
ist das frühe laub grüner heute
oder ist es der kuß des sommers
gekrönt mit schleiern
aus apfelbaumblüten und fosythien?
eine vergessene burg hüllt sich
in einen mantel aus leuchten
fast unsichtbar
ich bin glücklich
V (wahrnehmung, 4 gedichte)
ein
flauschiger
dunkeler
hund
führt
seinen
herrn
aus
u-bahnraupen
huschen
in
röhren
unter
der stadt
am horizont
das aufblitzen eines märchens
es ist zeit zu dichten!
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VI
ich grüße den frühling
mit worten die erwachen
(die ich längst totglaubte,
gestorben zwischen hirn und papier)
ich grüße die sonne
meine muße
die mich küsst
mit sanftheit und feuer
und meine welt von einem traum
in einen schönerern traum wandelt
ich grüße mich
menschenfrau, der lenz ist da!
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VII
der bus hat mich
mal wieder verpasst
ich gehe also
und rede mit vögeln
und graugestreiften katzen
von weiter weg
nicht nur das-
im keller des buchhändlers
spielt ein klavier
von nebenan
vielleicht aber auch
von über mir
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VIII
keine worte
oder auch
zu viele worte
in meinem kopf
heute nacht
es ist warm
ich habe einen traum!
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IX
galvia
ich habe nie danach gefragt
träumend in wellen zu treiben
schicksal
hat mich an die wellen gebunden
und wellen sind träume
oder bin ich ein traum der wellen?
nie war ich 17 oder vielleicht noch nicht
ich will tanzen wie frauen und mädchen
tanzen
ich will meinen liebsten rufen und leben
feiern
ich aber bin hier
in einem vergessenen teil des universums
und das wasser fließt so schnell
es fließt durch meine finger und
mein haar
und nichts läßt sich halten.
ich habe nie danach gefragt
träumend in wellen zu treiben.
X
manchmal
wenn ich spät
sitze und lese
oder einfach sitze
und die nacht
dunkel und still ist
glaube ich,
ich kann zeit fühlen
für einen augenblick
bin ich dann wirklich
und bin kein traum
und träume nicht.
© Fee
"reit oed deall y alltut" -
"understanding is necessary for the alien"
(Walisischer Dichter; 14.Jh)
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leiten wir an die Autorin weiter: ambulanz@autismus-online.de
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